Condor fliegt weiter und beantragt Staatshilfe




Condor beantragt Staatshilfe

Der deutsche Ferienflieger fliegt zwar weiter. Doch er steht vor gigantischen Herausforderungen. Condor beantragt deshalb einen staatlich verbürgten Überbrückungskredit.

Am Sonntagabend kam aus Frankfurt die beruhigende Botschaft: Condor fliegt weiter. Alle Flüge fänden planmäßig statt. Derweil wurde in London die Insolvenz der Muttergesellschaft Thomas Cook vorbereitet. In der Nacht meldete der 178-jährige Konzern dann offiziell, er habe die Liquidation beantragt.

Auch die britische Thomas Cook Airlines stellte den Betrieb ein. Condor-Chef Ralf Teckentrup dagegen erklärte: „Wir konzentrieren uns auch weiterhin auf das, was wir am besten können: Unsere Gäste pünktlich und sicher in den Urlaub zu fliegen.“ Immerhin arbeite man profitabel und zähle pro Jahr acht Millionen Passagiere.

Probleme nicht gelöst

Dennoch sind die Probleme von Condor mitnichten gelöst. Zwischen dem deutschen Ferienflieger und seiner britischen Schwester Thomas Cook Airlines bestehen zahlreiche Verbindungen, sowohl betrieblich als auch strukturell. Zudem wurde mit der Erklärung der Insolvenz der Thomas Cook Group der Geldfluss aus der Londoner Zentrale unterbrochen.

Hinzu kommt, das ein wichtiger Umsatzbringer wegzubrechen droht. Auch die deutsche Thomas Cook ist akut gefährdet. Man müsse auf „Notgeschäftsführung umstellen“, meldete der Reiseveranstalter in der Nacht auf Montag. Die Durchführung von Reisen mit Abreisedatum 23. und 24. September können nicht gewährleistet werden. Der Verkauf von Reisen sei gestoppt worden. Das Unternehmen lotet derzeit nach eigenen Angaben „letzte Optionen“ aus. „Sollten diese scheitern, sieht sich die Geschäftsführung gezwungen, für die Thomas Cook, Thomas Cook Touristik, Bucher Reisen und Öger Tours und möglicherweise auch weitere Gesellschaften Insolvenzantrag zu stellen.“

Vorbild: Air Berlin

Condor kam deshalb nicht darum herum, noch am Wochenende einen staatlich verbürgten Überbrückungskredit zu beantragen. Dabei gehe es darum, „Liquiditätsengpässe zu verhindern“, so die Fluglinie in einer Mitteilung vom Montagmorgen (23. September). Der Antrag werde derzeit von der deutschen Regierung geprüft.

Vor dem Ende von Air Berlin hat die deutsche Regierung der Fluggesellschaft einen Hilfskredit von 150 Millionen Euro gewährt. Damit konnten ein sofortiger Betriebsstopp verhindert und ein einigermaßen geordneter Verkauf organisiert werden. Das Geld wurde inzwischen vom Insolvenzverwalter zurückbezahlt.

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Danke an aerotelegraph.com

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