Air Dolomiti will weiter wachsen


Air Dolomiti baut Flotte deutlich aus

Nach dem geplatzten Einstieg bei Alitalia pusht Lufthansa das Wachstum ihrer italienischen Tochter Air Dolomiti weiter. Innerhalb von vier Jahren sollen Flotte und Belegschaft so praktisch verdoppelt werden.

Air Dolomiti, Vollmitglied von Miles&More, verstärkt ihren Wachstumskurs und plant, ihre Flotte bis zum Jahr 2023 auf 26 Embraer E195 aufzustocken. Das sagte Vorstandschef Jorg Eberhardt in einem Interview mit „airconvention.com“. Derzeit betreibt die italienische Airline nach eigenen Angaben 14 Maschinen des Typs E195. Im selben Zuge soll auch die Belegschaft verdoppelt werden, auf dann 1000 Mitarbeiter, wie Eberhardt sagte.

Erst im September 2018 hatte der CEO angekündigt, Lufthansa wolle 100 Millionen Euro in Air Dolomiti stecken, um die Flotte der Tochter von damals zehn auf dann 20 Flugzeuge zu verdoppeln. Nun soll also noch einmal nachgelegt werden. Früheren Angaben zufolge kommen die Embraer-Flugzeuge von der Lufthansa Cityline.

Eberhardt kündigte außerdem mehr Flüge unter eigener wirtschaftlicher Verantwortung an. Dabei geht es um Flüge zwischen Italien und Deutschland, die vollständig von Air Dolomiti gemanagt werden sollen, beispielsweise von Turin nach München oder von Florenz nach Frankfurt. Die Airline fliegt sonst überwiegend für die Lufthansa Zubringerflüge unter LH-Flugcode.

Air Dolomiti ist seit April IATA-Mitglied

Als weiteren Schritt auf dem Wachstumspfad war Air Dolomiti im April dem internationalen Verband der Fluggesellschaften IATA beigetreten. Eberhardt betont in dem Interview, er sei sich sicher, dass die Iata Air Dolomiti Unterstützung bei ihren Wachstumsplänen bieten könne. Details, wie diese Unterstützung aussehen könnte, nennt er allerdings nicht.

Um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, arbeitet die Airline nach Angaben des Chefs momentan auch an einer digitalen Plattform für Wartungs- und Dokumentationsaufgaben, beispielsweise für das so genannte „Technical Logbook“ der Flugzeuge. Mit der Plattform sollen künftig Abläufe optimiert und somit Kosten und Zeit gespart werden. Außerdem könnten menschliche Fehler durch den Einsatz von IT minimiert werden, so Eberhardt.

Air Dolomiti gehört seit 2003 zu 100 Prozent dem Lufthansa-Konzern. Neben Zubringerflügen von Flughäfen wie Bologna, Turin oder Venedig zu den Lufthansa-Drehkreuzen München und Frankfurt führt der Regional-Carrier ab München auch Flüge für die Lufthansa im Wet-Lease durch.

Lufthansa hatte während der Krise der staatlichen Alitalia wiederholt ihr Interesse an einem Einstieg bei dem angeschlagenen Flag-Carrier bekundet. Der Kranich wollte bei Alitalia aber ohne staatlichen Einfluss agieren und wurde deshalb von der Regierung in Rom mehrfach abgewiesen. Der Entschluss, die eigene Regional-Tochter in Italien stark auszubauen, kann also auch als Reaktion auf diesen nicht zustande gekommenen Deal gewertet werden.

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